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Der Yaris Hybrid – ein passender Lebensabschnittspartner?

Fotos: Toyota

Beim Yaris Hybrid kommt unsere Autorin unwillkürlich ins Grübeln, denn die Entscheidungen, vor denen sie steht, sind hoch emotional. Was hat der neue potenzielle Partner alles zu bieten?

Machen wir uns nichts vor: Wir Frauen stehen beim Autokauf vor ähnlichen Fragen wie bei der Wahl des Lebensabschnittspartners. Man schaut drauf, und es rührt sich was oder nicht. Und wenn der erste Eindruck uns gnädig stimmt: Wie sind seine inneren Werte? Ist er – für später eventuell – was für Kinder, taugt er zum Vorbild? Nur wenn er nicht zu durstig ist und die Umwelt nicht zu sehr einschmutzt. Und keinesfalls wollen wir abgeschleppt werden, und wenn doch nicht teuer dafür bezahlen. Führt zu der Kardinalfrage, was er uns kosten wird. Insgesamt also eher der praktische als emotionale Blick aufs zukünftige Modell.

Welche dieser Kriterien erfüllt nun der Yaris Hybrid?

Zum ersten Eindruck, der entscheidet, ob es weitergeht, ob ich Lust habe, einzusteigen. Die Hybrid-Version unterscheidet sich deutlich von dem des normalen Yaris, und das ist zunächst einmal ein großer Vorteil, denn mit Design-Preisen konnten die Japaner in der Vergangenheit selten punkten. Die Front mit den LED-Tagfahrlichtern wirkt wie ein kräftig vorgerecktes Kinn und signalisiert selbstbewusste Stärke. Da er sich auch von hinten sehen lassen kann, strahlt er rundherum Eigenständigkeit aus. Mir  gefällt das.

Hält er auch von innen, was der äußere Glanz mir verspricht?

Luxus habe ich nicht erwartet, also bin ich auch nicht enttäuscht über das eher biedere Ambiente. Immerhin zieren dreidimensionale Instrumente mit blau-weißer Beleuchtung und silberner Umrandung das Hybrid-Modell. Das Kofferraumvolumen wird durch die Batterie, die sich unter der Rückbank befindet, auch nicht eingeschränkt und ist für ein Fahrzeug dieser Größe in Ordnung. Die Stoffe und Kunststoffe sind dagegen nicht gerade ein Blickfang. Sehen wir das positiv: Die Kinder – „Oh, Schatz, seit wann hast du Morgenübelkeit?“ – können nicht viel kaputt machen.

Zwischenzeugnis:

Von außen vielversprechend, innen nicht unbedingt ein Unterhaltungskünstler, auch weil beim Basismodell das Radio fehlt. Aber wir wollen ja nicht reden oder zuhören, sondern fahren.

Was hat der Hybrid unter der Haube?

Und da wird es nun wirklich interessant für alle, die wenig Neigung auf hohe Unterhaltskosten haben. Toyota verspricht sagenhafte 3,1 Liter/100 km im Stadtzyklus, und tatsächlich kommt man dem ziemlich nahe, wenn man sich sozusagen auf den Rhythmus des Partners einlässt.

Das System entscheidet je nach Drehzahl, welcher Antrieb zum Einsatz kommt, Strom oder Benziner oder beide gleichzeitig. Als Fahrer hat man aber vor allem im Stadtverkehr großen Einfluss darauf, ob man sprit- und umweltschonend unterwegs ist oder nicht. Dazu eine winzige technische Erklärung: Die Batterie des Yaris Hybrid wird nicht an der Steckdose aufgeladen, sondern durch die Energierückgewinnung beim Bremsen, die sogenannten Rekuperation. Bei jedem sanften Schubs aufs Bremspedal pumpt der Elektromotor Strom in den Akku. Tritt man dagegen heftig zu, wird das normale Bremssystem aktiviert und die Energie verpufft. Der Yaris erzieht uns also gleichsam zum gelassenen, vorausschauenden und damit energiesparenden Fahren, und mir hat das nach kurzer Eingewöhnung richtig Spaß gemacht.

Außerhalb der Stadt ist der Yaris Hybrid allerdings nicht gerade ein feuriger Geselle. Der Beschleunigungswert von 11,8 Sekunden auf 100 km/h ist noch in Ordnung,  aber Feuer unterm Hintern hat er nicht, denn bei 165 km/h ist Schluss. Dazu wird er im Benziner-Modus recht laut, die Lenkung ist zu leichtgängig und sorgt für ein unruhiges Fahrgefühl. Das ist es dann aber auch schon mit der leisen Meckerei.

Mein Fazit:

Der Yaris Hybrid ist ein gutaussehender Kleiner mit zwei perfekt aufeinander abgestimmten Antrieben, die für wenig Schmutz und geringen Durst sorgen. Toyota zeigt damit, wozu die Hybriden in der Lage sind und bietet das Einstiegsmodell für 16.950 Euro an.

Quelle: Carmour

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