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Der sexte Sinn

Foto: Getty Images/carmour

Ein Mann liebt, wie er fährt. Viele Frauen übertragen oft unbewusst ihr Urteil über das Fahrvermögen eines Mannes auf dessen Qualitäten im Bett. Unfair? Nein, die Engländer haben das schon vor Jahren wissenschaftlich belegt. Wir ziehen daraus unsere eigenen Schlüsse.

Die meisten Männer halten sich bekanntermaßen für ausgezeichnete Autofahrer und geben sich in Umfragen selbst die Noten eins bis zwei. Mit der Selbsteinschätzung ihrer Qualitäten als Partner und Liebhaber ist es ganz ähnlich.  Eine Frau, die sich in einem frühen Beziehungsstadium  als Beifahrerin ihres Partners über dessen rücksichtsloses oder egoistisches Fahrverhalten beschwert, sollte darauf gefasst sein, dass er vielleicht nur wenig später genauso rücksichtslos und unbelastet von Selbstkritik mit ihr umspringen wird. Ist das „Küchenpsychologie“ oder steckt mehr dahinter?

Das Profil des gefährlichen Fahrers

Dem englischen Automobilverband AA war die Untersuchung der Zusammenhänge zwischen Fahrverhalten und Charakter immerhin eine zweijährige Studie wert, die an der Universität Exeter Ende der 90er Jahre durchgeführt wurde. 115 Profile von bereits aktenkundigen Verkehrssündern wurden ausgewertet. Ziel war die Erstellung eines Standardprofils des gefährlichen Autofahrers. Dabei zeigte sich, dass Fahrer mit ausgeprägt egoistischem Verhalten eineinhalbmal häufiger in Unfälle geraten. Über ein Drittel dieser Fahrer gaben zu, dass sie regelmäßig Verkehrsregeln brechen. Diese Gruppe sah in Mitbenutzern der Straße lästige Hindernisse und potentielle Projektionsflächen für unterdrückte Aggressionen.

Schlechte Autofahrer sind die schlechteren Liebhaber

Aus den Ergebnissen zum Fahrverhalten lässt sich folgern: Der Typ des aggressiven Fahrers, für den alle anderen  ein rotes Tuch sind, der rücksichtslos überholt, der die Ampel bei Rot überfährt, Fußgänger vom Zebrastreifen scheucht, der Raser, der andere Autofahrer schneidet, die Faust ballt und flucht und anderen die Vorfahrt nimmt – ein solcher Autofahrer ist auch in der Partnerschaft jemand, der sich ohne Rücksicht auf Verluste durchsetzt. Das psychologische Profil von Autofahrern mit Verhaltensauffälligkeiten zeigt laut Exeter-Studie signifikante Übereinstimmungen mit seinen typischen Charakterschwächen, von denen ihn viele als liebesunfähig entlarven.

Hier sollte Ihre Ampel auf Rot gehen

Welches auffällige Fahrverhalten lässt nun auf welche charakterlichen Mängel schließen? Wo droht „schlechter-Sex-Gefahr“? Wir haben unsere eigenen Schlüsse aus der Studie gezogen und stellen Ihnen sechs typische Verhaltensweisen vor, bei denen Ihre Warnlampen angehen sollten:

  • Draufgängertum:  Vollgasgeben vor dem Abzweig, um dann wieder abzubremsen und Drängeln auf der Autobahn. Denkt nur an sich, rücksichtsloser Egoist.
  • Häufiger Spurwechsel: Zu weit rechts oder links fahren wird von vielen Frauen als Signal einer leichten Wahrnehmungsstörung interpretiert oder als ein im wahrsten Sinne des Wortes „neben der Spur sein“. Übertragen auf die Partnerschaft lässt ein solches Verhalten häufig Rückschlüsse auf eine gewisse Vergeblichkeit kommunikativer Bemühungen zu.
  •  Untertouriges Fahren: Notorischer Spritsparer, jemand, der seine und die Kräfte seines Autos nicht optimal einsetzen kann oder einfach Angst vor diesen Kräften hat. Ein Geizhals, lässt sich gerne zum Abendessen einladen.
  • Hochtouriges Fahren: Wenn das Motorgeräusch eher an eine überforderte Nähmaschine oder den Zahnbohrer erinnert,  assoziiert Frau damit einen innere und äußere Konflikte scheuenden, passiv-aggressiven Typ, einen fahrenden Vulkan kurz vor dem Ausbruch. Im Bett könnte er ein Vulkan sein, der zu früh ausbricht.
  •  Einparkprobleme: Völlig indiskutabel, weil damit mangelndes Körpergefühl und Einfühlungsvermögen verbunden wird. Nicht auszuschließen, dass auch eine gewisse Schadenfreude mitschwingt, wenn  ein verbreitetes Vorurteil – Frauen können nicht einparken! – gnadenlos auf seine Urheber zurückfällt. Im Bett ein fahriger(!) Fummler.
  • Opferverhalten: Ständiges Lamentieren am Steuer, warum dieses oder jenes Überholmanöver nicht geklappt hat, ein Abzweig oder gar der gesuchte Bestimmungsort nicht gefunden wurde. Da schrillt die psychologische Alarmglocke. Er will vielleicht gar keinen Sex, er will nur quatschen.

Männer – zeigt wahre Größe

Männer mit Fahrschwächen können aber auch Sympathiepunkte sammeln. Wer zugibt, am Ende seiner Ortskenntnisse zu sein oder seine Navi nicht mehr zu verstehen und dann einen Passanten um Hilfe bittet – der zeigt wahre Größe. So handelt tatsächlich nur ein Prozent aller Männer, die restlichen ziehen es vor, lieber zwei Stunden zu spät zu kommen  als nach dem Weg zu fragen.

Unser Fazit: Erst wer die “Charakter-Fahrprüfung” besteht, hat sich als Partner und Liebhaber qualifiziert. Tun Sie etwas, was er auch tut: Schauen Sie genau hin. Zeigt Ihr Fahrer allzu viele Absonderlichkeiten, dann sollten Sie Vorsicht walten lassen. Sie könnten sich einen glatten Versager für Bett und Partnerschaft einhandeln. Unser Rat: Bestehen Sie statt Blind Dating oder Speed Dating lieber mal auf einem Auto-Dating.

Quelle: carmour

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