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Männer in freier Wildbahn

Foto: Getty Images

Männern fällt soziales Verkehrsmanagement eher schwer. Wie im richtigen Leben - also in Beziehungen - wird ihnen oft erst angesichts von Unfällen oder Staus klar, dass etwas nicht stimmt.

Tempo, Tempo

Bei  Überlandfahrten spielt die Beachtung der Vorfahrt bei vielen Männern eine untergeordnete Rolle. Gewissermaßen in freier Wildbahn gönnt sich der Mann seine Freiheit und konzentriert sich auf Auto –  Tempo, Tempo! – Heavy Metal und Telefonate, während das Navi ihm geduldig mitteilt, dass er schon wieder die Ausfahrt  verpasst hat.  Dann wird Mann aggressiv, ihm fehlt die Kontrolle über die Situation – anders als bei Tempo 200 mit dem Handy am Ohr.

Pannen packen Frauen und Männer anders

Wie reagieren Mann und Frau im Pannenfall?  Über 70 Prozent der Frauen rufen nicht nur den Pannendienst an, sondern häufig sogar zuerst Freunde, den Partner oder die Eltern. Es wird also ein ganzheitliches Hilfspaket organisiert, das nicht nur aus technischer, sondern auch aus seelischer und logistischer Unterstützung besteht; frau zeigt sich schwach und gewinnt dadurch. Bei Männern ist dies in nur etwa 30 Prozent der Pannen der Fall. Der Mann sucht nur nach einer technischen Lösung für sein kaputtes Auto. Der plötzliche Kontrollverlust schlägt dann häufig in Frust um, und der wird dann zuhause bei der Familie abgelassen. Unterm Strich gelten Frauen  nicht nur in den Statistiken des Kraftfahrbundesamtes (KBA) als die besonneneren Autofahrer, sondern auch bei Verkehrspolizisten und insgesamt in der öffentlichen Wahrnehmung. Lässt man die Zahlen und die daraus errechneten Durchschnittswerte sprechen, dann ist die statistisch korrekteste Verkehrsteilnehmerin eine Frau ab 45 Jahren, während junge Männer mit bis 24 Jahren die höchste Wahrscheinlichkeit haben, ihr Flensburger Sündenregister aufzufüllen.

Erfolgsmodell „begleitetes Fahren“

Vor allem in der letztgenannten Altersgruppe zeigt sich aber eine Anpassung an die weibliche Statistik dieser Altersgruppe. Das liegt daran, dass immer mehr junge Männer am sogenannten begleiteten Fahren teilnehmen. Diese Fahranfänger zeigen eine um 17 Prozent geringere Wahrscheinlichkeit, einen Unfall zu bauen oder Punkte zu kassieren. Bei jungen Fahranfängerinnen ist dieser Effekt in Zusammenhang mit dem begleiteten Fahren nicht messbar, was schlicht darauf zurückzuführen ist, dass diese Gruppe ohnehin viel weniger punkteauffällig ist.

Quelle: carmour, KBA, AvD, ZDK

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