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Verkehrs-Archetypen

Foto: Getty Images

Kennen Sie den? – Ein Lkw hält an einer Ampel, hinter ihm springt eine Blondine aus ihrem Auto… Witze über den Clash der Geschlechterkulturen beim Thema Auto sind Legion. Dass nicht alle nur Vorurteile transportieren, kann empirisch belegt werden.

In Flensburg holen die Frauen auf

Männer und Frauen fahren unterschiedlich Auto. Das beeinflusst ihr Sicherheits- und Versicherungsrisiko. Männer haben häufiger Übergewicht als Frauen – nicht nur in Pfunden, sondern auch in Punkten, nämlich in Flensburg. Die im Verkehrszentralregister erfassten Personen sind zu knapp 80 Prozent Männer. Geschwindigkeitsübertretungen sind bei Männern und Frauen das häufigste Delikt, und hier gleichen sich die Verhaltensmuster beider Geschlechter nach Beobachtung des Kraftfahrtbundesamts (KBA) in den letzten Jahren kontinuierlich an. Zweithäufigste Sünde sind bei Männern Alkoholfahrten, bei Frauen Vorfahrtsdelikte.

Männer verunglücken häufiger als Frauen

Das unterschiedliche Fahrverhalten von Männern und Frauen wird auch in anderen Ländern beobachtet. In England beispielsweise ist die Anzahl der im Verkehr getöteten männlichen Personen (Fahrer, Beifahrer, Fußgänger, Fahrradfahrer) im Alter zwischen 20 – 29 Jahren fünfmal höher als jene der Frauen! Auch in Deutschland ist das Risiko, im Straßenverkehr zu verunglücken, für Frauen deutlich geringer als für Männer. Knapp die Hälfte aller Verunglückten und nur ein Viertel aller Getöteten auf deutschen Straßen waren im Durchschnitt der letzten Jahre Frauen.

Steinzeitliche Prägungen

Bildet die Verkehrsstatistik Verhaltensmuster ab, die sich auch auf die geschlechtertypischen Alltagserfahrungen übertragen lassen? Einiges scheint darauf hinzudeuten, dass manche Facetten des Fahrverhaltens archetypisch erklärbar sind. Laut Angaben des KBA sind Männer sehr viel häufiger als Frauen auf langen Strecken unterwegs: Mann geht jagen, verlässt Zelt und Feuerplatz mit Frau und Kind so lange, bis er mit der Beute nach Hause kommt. Frauen hingegen bleiben in der Nähe von Kind und Feuer, übertragen: Sie bewegen ihr Auto vornehmlich im urbanen Umfeld, wo sie sozial  fest eingebunden sind und nicht entweichen können. Sozial ist hier der Schlüsselbegriff: Weil im vertrauten Umfeld jeder jeden kennt, ist insgesamt mehr Rücksicht gefragt. Das transportieren Frauen wiederum auf ihr Verhalten im Straßenverkehr. Sie fahren rücksichtsvoller und vorsichtiger, beachten die Verkehrsregeln und lassen anderen öfter den Vortritt – ganz wie im sonstigen Leben, wo das Bewusstsein der sozialen Vernetzung und Verantwortung eine große Rolle spielt. Andererseits haben Frauen häufig – oft unbewusst – das Gefühl, im Leben zu kurz zu kommen. Vielleicht lassen sich Vorfahrtsdelikte deshalb auch als kleine Ausbrecher interpretieren, als der Impuls „Jetzt bin ich aber dran“ – im Autoverkehr und ein paar Stunden später beim Sex.

And now for something completly different, wie Monty Pythons überzuleiten pflegte: Der Witz am Anfang unseres Berichts. Hier ist er. Färben Sie um, wenn Sie ihn für saublöd halten.

Quelle: carmour

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