schlagloch - die carmour-kolumne

Die Pkw-Maut für Frauen muss kommen

Fotomontage: carmour

Staus kennt man im Königreich Saudi-Arabien kaum. Es herrscht nämlich totales Fahrverbot für Frauen. Das kann Horst Seehofer momentan noch nicht durchsetzen. Aber er könnte den ersten Schritt wagen. Deutschlands Verkehrsprobleme sind lösbar: ein Plädoyer für eine radikale Vernunftlösung.

Sieg der Zivilisation über die Barbarei

Im Land der Scharia werden Alkoholsünder ausgepeitscht – so sie nicht zur Herrscherfamilie gehören – und Dieben die Hand abgehackt. Ersteres ist verabscheuungswürdig, denn es geht hier nicht um die unbequeme Durchsetzung der Null-Promille-Grenze für Autofahrer, sondern ums Prinzip. Das ist abzulehnen. Demokratien leben vom Kompromiss und von Umwegen. Und genau darin liegt der Charme einer Pkw-Maut für Frauen. Sie wäre ein Sieg der Zivilisation über die Barbarei, vergleichbar mit der Verkehrssünderkartei in Flensburg. Dort können Sie Punkte sammeln, wenn Sie besoffen am Steuer erwischt werden. Punkte! Man wird nicht einfach verdroschen, es werden uralte Instinkte geweckt, denn Männer sind doch Jäger und Sammler, oder haben Sie noch nie an der Kasse von Kaiser’s gehört: „Sammeln Sie die Herzen?“

Der Umweg der Pkw-Maut für Frauen heißt Betreuungsgeld 

Die sogenannte „Herdprämie“ hat die CSU als familienpolitisches Instrument verkauft, das Eltern belohnt, wenn sie ihre Kleinen nicht in die Kita bringen. Tatsächlich aber wurde das Konzept im Verkehrsministerium von Peter Ramsauer entworfen. Es ist der erste Schritt auf dem Weg zur Pkw-Maut für Frauen und soll für eine spürbare Entlastung auf Deutschlands Straßen sorgen. Denn wer seine Kinder zuhause erzieht, spart sich und der Allgemeinheit nicht nur die Autofahrt zur Kita. Er – respektive sie – verzichtet auch auf eine Berufsausübung, die mit nervender Fahrt zum Arbeitsplatz verbunden ist. Das ist eine verkehrsberuhigende Maßnahme für Spitzenzeiten.

Das Rentenproblem wird gelöst

Weniger Autos rollen zur Rush Hour, dazu kommt die psychologische Komponente, wenn überwiegend männliche Berufsausüber unterwegs sind. Der solidarische Kumpeleffekt der Familienernährer verzeiht Fehler leichter und lässt den Adrenalinpegel im grünen Bereich. Das wiederum führt zu mehr Betriebsfrieden, was Rückkoppelungen auf den privaten Alltag hat. Im Endeffekt steigt die Koitusfrequenz, die Gebärfreudigkeit nimmt zu, das Rentenproblem wird gelöst.

Ausnahmeregelungen

Zweifellos wird die Maut anfangs bei vielen Frauen auf Skepsis stoßen. Nicht überall wird die große gesellschaftliche Verantwortung, die mit ihr verbunden ist, sofort erkannt. Auch wenn es ordnungspolitisch bedenklich ist, sollte man deshalb für eine Übergangszeit Ausnahmeregelungen für Härtefälle zulassen. Wer vor einer Prüfkommission nachweisen kann, dass das Auto für Kita-Fahrten und Berufsausübung unumgänglich ist, sollte unter Führung eines Fahrtenbuchs von der Maut befreit werden.

Die industriepolitische Komponente 

Frauen lieben sie, die Auto-Industrie hasst sie: Kleinwagen. Nach der Vorstellung fürsorglicher Leistungsträger reicht es vollkommen, wenn nur die handbetriebene Version mit Kind in der Nähe von Spielplätzen zum Einsatz kommt. Die motorisierte Variante aber sollte nach und nach aus dem Landschaftsbild von Städten und Autobahnen verschwinden, wenn einkommensschwachen Alleinverdienerinnen das Autofahren verteuert würde. Die Gewinnspannen der Hersteller sind bei den kleinen Flitzern gering, Investitionen in die Zukunft der Mobilität für Männer entsprechend unterfinanziert. Das würde sich allmählich ändern. Diese positiven Effekte einer Frauen-Maut auf das Wachstum unserer Wirtschaft sollten die letzten Zweifler überzeugen.

 

Quelle: carmour