style und design

Lovelyn Meets Adam

Foto: carmour

Opel erhofft sich vom Kleinwagen Adam einen Imagetransfer auf die gesamte Marke. Die siebzehnjährige Lovelyn soll als Werbefigur den neuen Schwung symbolisieren.

Hundert Jahre ist er alt, der trockene Spruch von Henry Ford, sein T-Modell sei „in jeder Farbe zu haben, solange sie schwarz ist“. Der Einheitslook verkaufte sich in einer Zeit, die uns nur in Schwarz-Weiß begegnet, 15 Millionen Mal und machte Ford steinreich. Beim VW-Käfer, der 1972 das T-Modell als erfolgreichstes Auto aller Zeiten ablöste, waren die Ausstattungsvarianten auch noch überschaubar: mit Chrom oder ohne, mit Radio oder ohne, schnell noch ein Faltdach, fertig. Männersache eben.

Und hier kommt Lovelyn

T-Modell und VW-Käfer gehören zu einer versunkenen Welt, so weit weg wie das Wagenrennen von Ben Hur. Geht es nach Opel, haben wir eine neue Zeitrechnung, es ist jetzt Adam-Zeit. Und die ist unverschämt bunt und sorglos und ein wenig schrill, und in ihr bewegt sich das kommende Top-Model Lovelyn, die Gewinnerin von Heidi Klums Model-Show, mit schwindelerregendem Tempo und kesser Sicherheit. Die Eben-noch-Gymnasiastin ist die Protagonistin eines Opel-Adam-Werbespots, und das Bemerkenswerte ist, dass in diesem Fall der Hintergrund der Werbebotschaft ziemlich viel mit unserer gesellschaftlichen Wirklichkeit zu tun hat. Vielfalt lautet das Schlüsselwort. Wir leben in einer Gesellschaft, die sich zunehmend atomisiert, in der es kaum kulturelle Leitmotive gibt und in der folglich jeder seinen eigenen Stil verwirklichen kann.

Zielgruppe sind die Jungen, Hippen

Foto: Opel
Foto: Opel

Die Marketingstrategen von Opel antworten auf diese Entwicklung mit einer Ausstattungsliste für den kleinen Hüpfer, die sagenhafte 18 Seiten umfasst. Ein Mathematiker will daraus 80.000 Variationsmöglichkeiten errechnet haben. Das soll vor allem beim jungen, hippen Publikum, das sich seine Moden selber macht, die Kauflust anstacheln. Wichtig für die anvisierte Zielgruppe: Der Mini-Opel ist auf Wunsch modern vernetzt. Es gibt das als besonders clever ausgezeichnete IntelliLink-Infotainment-System und die Siri Eyes Free-Sprachunterstützung.

Der Adam wird zur Image Cow

Individualisierungs-Champion nennen sie den Adam bei Opel. Schon zum Marktstart gab es zwölf Karosseriefarben, sechs Dachhimmelvarianten, darunter eine mit 64 LEDs, die einen Sternenhimmel symbolisieren, es gibt Fahrzeugschlüssel, die farblich auf das Auto abgestimmt sind, Twist-Pakete und Design-Pakete, Dekors in „Funky“, „Chic“ oder „Sport“ und, und, und… 50.000 Vorbestellungen (Stand Herbst 2013) signalisieren einen schönen ersten Erfolg. Damit wird das Auto noch lange nicht zur Cash-Cow des gebeutelten Unternehmens, aber es ist auf bestem Weg zum Image-Vehikel. Wie das Opel- Marketing sich das vorstellt, wird am Beispiel des „Making of“ dieses Adam-Werbespots klar.

Jam, Glam oder Slam?

Lovelyn5Womit wir wieder bei der lieblichen Lovelyn sind. Ihr Siegerpreis bei Germanys Next Top Model war – neben stolzen 250.000 Euro – eben ein Opel Adam, der ihr auf der Essen Motor Show übergeben wurde. Den hat sie sich so individuell zusammengestellt wie bei einer Tour durch einen begehbaren Kleiderschrank. Fahren darf sie ihn allerdings mit ihren gerade mal siebzehn Jahren nur „betreut“.

Als Identifikationsfigur für die Zielgruppe ist sie geradezu ideal. In ihrem Alter hat sie alle Entfaltungsmöglichkeiten noch vor sich, denn ihr Leben birgt mehr als 80.000 Variationen und mehr Spielarten als „Jam“, „Glam“ und „Slam“, den drei Ausstattungsthemen des Adam. Festgelegt hat sie sich dann aber doch, natürlich auf die „Glam“-Version.

Quelle: carmour