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Nur Stil ist mächtiger als Mode

Foto: Getty Images

So lautet das Motto von Carla Beyer, Modedesignerin aus Leidenschaft, die für Carmour Designtrends in Mode und Autoindustrie nachspürt. Unter ihrem Label Zingarelli Couture vertreibt die 34-jährige Kreationen mit Anlehnung an den Bohemien und Grunge Look. Carmour sprach mit der Expertin für hippe Styles über typische Frauen- und Männerautos und was die Mode mit alldem zu tun hat.

Kurz zu dir, wie bist du Designerin geworden?

Bereits  als Kind zeichnete ich unentwegt schicke Kleider und die dazu passenden Autos gleich mit. Meine Eltern sahen mein Talent und bestärkten mich in der Idee, Designerin  zu werden.  Nach meiner Lehre als Maßschneiderin studierte ich an der Meisterschule München Mode – und Grafikdesign.

Autos und Mode, passt das eigentlich zusammen?

Wir haben zwei Schubladen. In die eine stecken wir die Männer mit ihren Autos, in die andere Frauen und ihre Klamotten. Männer sind technik-affin, Frauen sind emotional. Diese Rollenbilder lösen sich immer mehr auf, und das hat Rückwirkungen auf Design-Trends.  Heute kann man beobachten, dass sich Autoindustrie und Modebranche zunehmend  wechselseitig beeinflussen.

Kannst du das näher beschreiben?

Carla Beyer
Carla Beyer, Foto: Zingarelli Couture

Autos sind nicht nur Technik-Maschinen, sie sind Style-Produkte. Wir sind doch heute alle bestrebt, unseren ganz persönlichen Typ in Szene zu setzen. Viele Autofirmen haben das erkannt. Sie bieten  Accessoires, wie Sonnenbrillen, Krawatten und  Sportgeräte passend zum Automodell  an. Allerdings richten sich diese Angebote überwiegend an Männer über 40. Ich finde, hier liegt ein großes Potenzial brach. Frauen spielen bei Konstrukteuren und Designern nach wie vor nur eine Nebenrolle. Oft frage ich mich: Wissen die überhaupt, was Frauen wollen?

Anscheinend ja, denn es ist ja immer von typischen Frauenautos die Rede.  Wie siehst du das?

Frauen wollen attraktiv und sexy aussehen. Und sie wollen ein Auto mit eben diesen Eigenschaften.  Ein schnuckeliger Kleinwagen im schicken Retro-Design, gepaart mit einer eigenwilligen Innenausstattung und coolem Zubehör – und schon schlagen Frauenherzen höher. Mit langweilig gemusterten Sitzpolstern und einem Armaturenbrett in mausgrau reißt man heute keine Frau mehr vom Hocker. Wir Frauen verwandeln uns ja gerne.  Morgens Business Woman, abends plötzlich Vamp. Diesen vielfältigen Gefühlswelten muss das Frauenauto der Zukunft Rechnung tragen, sonst  fremdeln Frauen.

Heißt das, die Autoindustrie wird zunehmend von der Mode beeinflusst?

Ich denke, diese Einflüsse gab es schon immer. Nur waren bisher Modebranche und Autoindustrie in unserer Wahrnehmung zwei unterschiedliche Bereiche, obwohl sie vieles gemeinsam haben. Ohne Emotionen geht weder beim Auto noch bei Klamotten irgendwas. Beide spiegeln unsere Persönlichkeit wider, ob wir es wollen oder nicht. Mittlerweile gehört es in vielen Autohäusern zum guten Ton, bei der Vorstellung eines neuen Wagens z. B. eine Modenschau zu integrieren. Die Botschaft an die Frauen lautet: Dieses Auto ist modisch, es hat Stil und Eleganz, es passt zu Dir. Das ist etwas ganz anderes als Grid Girls im Motorsport oder Models auf Automessen, die sich auf Kühlerhauben räkeln. Selbstbewusste Frauen sind keine Staffage für die Herren der Schöpfung. Und das Auto ihrer Wahl soll praktisch und sparsam sein, aber auch trendy.

Wie sollte Deiner Meinung nach das Auto von morgen aussehen?

Ich persönlich finde große Benzinfresser total uncool. Auch kann ich gerne auf den  Einheitsbrei von schwarzen, grauen und silbernen Fahrzeugen auf unseren Straßen verzichten. Mehr Mut zur Farbe wünsche ich mir beim Auto, innen und außen!  Beim Design der Sitzpolster und des Armaturenbretts sollte man ruhig einmal Modedesigner heranziehen. Dann käme endlich mal mehr Stil in die Cockpits. Ich persönlich hätte da schon jede Menge Ideen.

Sie finden Carla Beyer im Netz: www.zingarelli-couture.com

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