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Was bringt die City-Notbremsfunktion?

Foto: auto-reporter.net

Der VW up! verfügt als einziger Kleinwagen über ein Sicherheitssystem, das das Auto selbsttätig abbremst, wenn ein unerwartetes Hindernis auftaucht. Ist das ein erster Evolutionsschritt auf dem Weg zum fahrerlosen Fahrzeug?

Helfer in der Not

Jeder kennt die Situation:  Übermüdung morgens, Erschöpfung abends, Ablenkung durch Musik, so bewegen wir uns im Auto durch Stadtverkehr und Stau. Da genügt ein kurzer Moment der Unkonzentriertheit – und schon ist es passiert. Im schlimmsten Fall kommt ein Mensch zu Schaden.

Die City-Notbremsfunktion soll genau das verhindern. Sie greift im Geschwindigkeitsbereich zwischen 5 und 30 km/h ein und beobachtet über Sensoren einen Bereich von 10 Metern vor dem Fahrzeug. Droht eine Kollision, bremst das System automatisch ab, sofern der Fahrer nicht selber reagiert. Auch bei zu zaghaftem Bremsen wird das System aktiv und verstärkt den Bremsdruck.  Die Verantwortung für das Geschehen bleibt jedoch beim Fahrer respektive bei der Fahrerin.

So funktioniert‘s

Foto: Volkswagen
Foto: Volkswagen

Der volle Zugriff auf das System ist immer vorhanden, es kann auch jederzeit deaktiviert werden, z.B. durch den Tritt aufs Gaspedal, durch Lenken oder Betätigen des Kupplungspedals, falls das notwendig sein sollte. Außerdem lässt sich die City-Notbremsfunktion jederzeit mit einer Taste im unteren Teil der Mittelkonsole abschalten. Ein Symbol mit dem Hinweis „OFF” weist für 5 Sekunden auf die Deaktivierung hin. Zudem blendet sich der Hinweis stets erneut ein, sobald der relevante Geschwindigkeitsbereich von 5 bis 30 km/h erreicht wird. Bei Defekt  blinkt das Symbol langsam und kontinuierlich, wurde die City-Notbremsfunktion ausgelöst, blinkt es in schnellem Rhythmus  auf.

Ideal für Stadtflitzer

Dass VW ein solches System in der kleinsten Klasse anbietet – wenn auch gegen Aufpreis von ca. 600 Euro – ist lobenswert. Gerade mit einem Auto, das überwiegend als Stadtflitzer genutzt wird, kommt man öfter in potenzielle Gefahrensituationen, bei denen das System helfen kann. In der Oberklasse wird es inzwischen überall angeboten und ist eingebettet in eine Vielzahl weiterer Warn- und Sicherheitsvorrichtungen, die den Fahrer entlasten.

Kritiker monieren

Kameras, Sensoren und Computer übernehmen die Kontrolle über das Auto, sind am Ende alle Insassen, auch der Fahrer, nur noch Passagiere? Da gibt es Brems- und Spurhalteassistenten, Nachtsichtassistenten und Stereo-Kameras mit exakter Abstandsmessung. Alle diese Systeme reagieren schneller als jeder Mensch, können also dort, wo es um Bruchteile von Sekunden geht, Leben retten.

Autos ohne Fahrer

Autos ohne Fahrer
Foto: autonomos labs

Wer  um seine Autonomie als Fahrer fürchtet, sollte sich vor Augen halten, wie viele Sicherheitssysteme heute Alltag sind – ABS und ESP etwa -, die das Fahren eines Autos einfacher und sicherer machen. Nicht ausgeschlossen deshalb, dass der Alltag in zwanzig Jahren Fahrzeuge sind, bei denen der Bordcomputer auch die letzte Domäne des Menschen kompetent übernimmt, nämlich die Lenkungs- und Entscheidungsfunktion. Erste Versuchsfahrzeuge und Pilotprojekte, z.B. von der FU Berlin, gibt es schon.

Quelle: carmour

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