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ADAC bestreitet Wirksamkeit von Umweltzonen

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Der ADAC hat eine Studie vorgelegt, die die Wirksamkeit von städtischen Umweltzonen in Frage stellt. Die Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH) hält dem ADAC zahlreiche methodische Fehler vor.

Neue Studie

Die Einführung von Umweltzonen gilt allgemein als eines der Erfolgsinstrumente der Luftreinhaltung in Deutschland. Ihre Wirksamkeit wurde bereits in mehreren deutschen Städten vom Umweltbundesamt und dem Helmholtz Zentrum München untersucht und durchweg positive Effekte gemessen. Nun beruft sich der ADAC, der seit Jahren ein Gegner von Umweltzonen ist, auf eine Studie, die auf dem Technischen Kongress des Verbands der Automobilindustrie (VDA) vorgestellt wurde. Sie vergleicht zwei Städte mit und ohne Umweltzone – München und Hamburg – und kommt zu dem Ergebnis, dass dieses Steuerungsinstrument wirkungslos sei.

DUH widerspricht ADAC

Aus Sicht der DUH macht der ADAC mit dem Vergleich der Pkw-Zulassungsdaten von Hamburg und München gleich mehrere methodische Fehler. “Der ADAC hat für seinen Städtevergleich mit München ausgerechnet die Stadt als Referenz herangezogen, die für die zahlreich gewährten Ausnahmen und laxe Umsetzung der Umweltzone im Herbst 2012 durch das Verwaltungsgericht zur drastischen Verschärfung verurteilt wurde. Die bayerische Hauptstadt hat außerdem bis vor kurzem die Einhaltung der Regelungen kaum kontrolliert,“ so Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH. Das Beispiel Berlin zeige, dass eine frühzeitig auf die grüne Plakettenpflicht umgestellte und konsequent kontrollierte Umweltzone den besonders gesundheitsschädlichen Dieselruß verringern könne. Dies hätten mehrere Untersuchungen des Umweltbundesamts belegt.

Aus den Erhebungen des Umweltbundesamtes geht hervor, dass in konsequent ausgewiesenen und kontrollierten Umweltzonen die Flottenerneuerung deutlich schneller voranschreitet und auch eine umfassende Nachrüstung des Bestandes an Dieselfahrzeugen mit Partikelfiltern stattfindet.

Senkung des Feinstaubanteils ist möglich

Der Erfolg einer Umweltzone lässt sich vor allem anhand der Reduktion von besonders gesundheitsschädlichen Dieselrußpartikeln aus Verbrennungsmotoren messen. Diese sehr feinen Partikel machen jedoch nur einen geringen Teil der PM10-Werte – eine besonders gefährliche Fraktion des Feinstaubs – aus.

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Wissenschaftler aus München und Leipzig haben in zahlreichen Untersuchungen belegt, dass diese Anteile des Feinstaubs die Gesundheit massiv gefährden. In Berlin konnte die verkehrsbedingte Rußbelastung durch die Umweltzone um 60 Prozent gesenkt werden, in Leipzig nur zwei Jahre nach Einführung der Umweltzone um 30 Prozent. Jürgen Resch sieht den ADAC, der bisher in allen Gerichtsverfahren zur Verhinderung von Umweltzonen gescheitert ist, als verbohrten Gegner dieses Instruments zur Luftreinhaltung an: “Dieselfahrzeuge ohne Partikelfilter belasten die Luft in den Städten und machen die Menschen krank. Die Umweltzone hilft, diese Situation zu verbessern, indem sie den entsprechenden Autos die Einfahrt in die Innenstadt verbietet.“

 

 

Quelle: carmour

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