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Fünf Fragen und Antworten zur E-Mobilität

Foto: Getty Images

Sind E-Autos tatsächlich umweltfreundlich? Welche Vorteile bieten sie und wo liegen die Nachteile? Carmour verschafft einen kurzen Überblick.

Welche Vorteile bieten E-Autos?

  • Lokal emissionsfrei: Reine Elektrofahrzeuge stoßen während der Fahrt keinerlei Schadstoffe oder Treibhausgase aus. Besonders vorteilhaft ist dies in dicht besiedelten Stadträumen, die unter hoher Luftbelastung leiden.
  • Emissionsarm unterwegs: Von der Stromquelle bis zum Rad (engl. whell-to-wheel) fallen geringere Emissionen an als bei den meisten herkömmlichen Autos. Selbst beim heutigen deutschen Strommix bleibt ein übliches Elektroauto unter dem künftigen EU-Flottengrenzwert von 120 g CO2 pro Kilometer. Werden für die Stromerzeugung ausschließlich erneuerbare Energien genutzt, sinken die Emissionen auf rund 5 g CO2 je km.
  • Sehr geringe Lärmbelastung: Elektromotoren arbeiten deutlich geräuschärmer als ihre konventionellen Pendants und sorgen so für mehr Lebensqualität von Anwohnern stark befahrener Straßen.
  • Unabhängigkeit vom Erdöl: Die individuelle Mobilität hängt nicht nur in Deutschland fast vollständig am Tropf des Öls. Dieser Rohstoff wird ein immer knapperes Gut, wodurch sich die Preise stetig nach oben bewegen werden. Hier kann E-Mobilität für mehr Unabhängigkeit und Preisstabilität sorgen.

Wo sind die Schwachstellen der E-Mobilität?

  • Die Klimaneutralität von E-Autos steht bisher nur auf dem Papier, denn es kommt darauf an, woher der Strom bezogen wird. Käme der Strom z. B. nur aus Kohlekraftwerken, fiele die CO2-Emission bis zu viermal so hoch aus wie beim Benzin. Auch die Ziele für die Energiewende müssten beim Klima schonenden Ausbau der E-Mobilität anspruchsvoller sein: Um den Strom für eine Million Elektroautos klimaneutral zu erzeugen, wären rund 500 Windkraftanlagen erforderlich – weniger, als in Deutschland pro Jahr in Betrieb gehen.
  • Geringe Reichweite: Reine Elektrofahrzeuge sind bisher nur für den innerstädtischen Verkehr geeignet. Reise-Reichweiten sind noch nicht drin, für die meisten Stromer ist nach 100 bis 150 Kilometer Schluss. Die Batterien sind einfach noch nicht leistungsfähig genug und zu schwer.
  • Zu wenig Ladestationen: Das Laden der Autos findet bislang fast nur zuhause statt, weil der Ausbau von Stromtankstellen stockt. Ohne diese Infrastruktur fehlt aber die Akzeptanz beim Publikum.
  • Zu lange Ladezeit: Sechs bis sieben Stunden dauert es im Schnitt, bis eine herkömmliche Lithium-Ionen-Batterie über eine normale Haushaltssteckdose wieder aufgeladen ist. Nur wer sich einen Drehstromanschluss, wie er für Herde verwendet wird, in die Garage legt, kann die Zeitspanne deutlich auf unter eine Stunde drücken.

Warum sind E-Autos so teuer?

  • Die Batterie: Der Akku treibt den Preis nach oben, denn er schlägt mit rund 10.000 Euro zu Buche. Deshalb kostet z. B.  der Opel Ampera – für viele Fachleute das erste alltagstaugliche E-Auto – rund 45 900 Euro. Günstiger ist da der Citroen C-Zero, der schon für unter 30.000 Euro zu haben ist.  Viele Hersteller überlegen nun, den Kunden spezielle Leasing-Angebote nur für die Batterien zu machen. In Frankreich wird schon reichlich mit solchen Modellen experimentiert.

Wie viele E-Autos gibt es momentan?

  • Auf Deutschlands Straßen fahren rund 4.500 rein elektrisch angetriebene Autos. Das von der Bundesregierung ausgegebene Ziel ist es, bis zum Jahr 2020 etwa eine Million Fahrzeuge auf die Straße zu bringen.

Sind E-Autos wirklich umweltfreundlich?

  • E-Autos haben den Ruf der «Zero Emission». Aber dieser Slogan führt in die Irre, denn schadstofffrei sind die Stromer nicht, wenn man sich die gesamte Ökobilanz der Fahrzeuge vornimmt. Strom muss schließlich erst einmal erzeugt werden, und das geschieht nicht ohne CO2-Emmissionen.
  • Ein Rechenbeispiel des ADAC: Ein E-Smart verbraucht nach Herstellerangaben 12 kWh auf 100 Kilometern. Damit kommt das E-Mobil auf einen CO2-Ausstoß von rund 70 g/km. Das gleiche Auto, ausgerüstet mit einem Diesel-Motor, stößt bei einem Verbrauch von 3,3 Litern 86 Gramm CO2 aus. Der ADAC folgert: „Beim aktuellen Strommix – überwiegend aus Kohle – ist die CO2-Bilanz eines Elektroautos kaum besser als die eines Verbrennungsmotors.“ CO2-frei fahren können E-Autos nur, wenn ihre Akkus ausschließlich mit Strom aus regenerativen Energien – Wasser, Sonne oder Wind – geladen werden.

Quelle: carmour

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