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Null-Emission: Toyota baut ab 2015 den Brennstoffzellen-Hybrid

Fotos: Hersteller

Es ist eigentlich eine Knallermeldung: Als erster Großserienhersteller wird Toyota bald Autos mit Brennstoffzelle auf den Markt bringen. Viel PR machen die Japaner dazu nicht.

Das Brennstoffzellen-Hybridfahrzeug (Fuel Cell Hybrid Vehicle – FCHV) ist die logische Weiterentwicklung des weltweit millionenfach verkauften Hybridkonzeptes: Im Prinzip muss beim Antriebsstrang lediglich der Verbrennungsmotor durch ein Brennstoffzellen-Paket ersetzt werden. Daher profitiert Toyota bei der Entwicklung des Brennstoffzellenantriebs von seiner Rolle als Vorreiter auf dem Gebiet der Vollhybridtechnik. Diese dient als Architektur-Baukasten, mit der sich verschiedene Arten umweltverträglicher Antriebe darstellen lassen: von Plug-in-Autos über Brennstoffzellen-Hybridfahrzeuge bis hin zu batterieelektrischen Konzepten.

500 Kilometer Reichweite

fuelcell1Brennstoffzellen-Hybridfahrzeuge, die mit umweltfreundlichem Wasserstoff betrieben werden, sind zur Zeit die naheliegendste Lösung auf dem Weg zum Null-Emissions-Fahrzeug. Sie haben mit der Brennstoffzelle ein kleines Kraftwerk an Bord, das aus dem Treibstoff Strom für einen Elektroantrieb erzeugt. Der Toyota-Prototyp hat eine Batterie, in der auch der per Rekuperation gewonnene Strom gespeichert wird. Toyota ist es nach eigenem Bekunden gelungen, einen Brennstoffzellen-Antrieb zu entwickeln, der Reichweite und Fahrleistungen auf dem Niveau konventioneller Benzin- und Dieselmotoren bietet – jedoch keine Schadstoffe freisetzt.

Vollwertiges Familienfahrzeug

Der erste in Serie produzierte Toyota FCHV, der 2015 als viertürige Limousine in Japan, den USA und Europa eingeführt wird, soll eine Reichweite von mehr als 500 Kilometern aufweisen und keine Kompromisse beim Innenraumvolumen erfordern. Dies wurde durch Fortschritte bei den Wasserstofftanks erreicht, der zweiten zentralen Änderung gegenüber Hybridfahrzeugen mit Verbrennungsmotor. Statt vier kommen nun nur noch zwei kompaktere Tanks zum Einsatz, die unter dem Fahrzeugboden verbaut werden. Damit ist sichergestellt, dass die Limousine als vollwertiges Familienfahrzeug genutzt werden kann.

Teuer ist relativ

Zudem erreicht die neue Brennstoffzelle die aktuell höchste Leistungsabgabe von 3 kW pro Liter Bauvolumen – dies ist mehr als doppelt so viel wie beim Toyota FCHV-adv aus dem Jahr 2008. Entsprechend konnten Größe und Gewicht des Brennstoffzellen-Paketes um die Hälfte reduziert werden. Damit haben sich auch die Kosten verringert. Toyota strebt weitere Kosteneinsparungen an. Zurzeit ist die Rede von einem Verkaufspreis zwischen 70.000 und 80.000 Euro. Teuer, aber relativ: Vor Jahren standen Produktionskosten von etwa einer Million Euro für so ein Fahrzeug im Raum – pro Stück. Trotzdem, zunächst plant Toyota vorsichtig. Von “einigen Tausend Einheiten” pro Jahr weltweit ist die Rede.

Tanken ist problemlos

Die Zurückhaltung ist verständlich. Wasserstoff bereitet potentiellen Kunden noch Sorgen um Sicherheit und Verfügbarkeit. Weltweit gibt es nur ein paar hundert Wasserstoff-Tankstellen, davon gerade 33 in Deutschland. Der Tankvorgang selbst ist unproblematisch und vergleichbar mit einem Besuch an der Zapfsäule mit einem Erdgasfahrzeug. Es dauert nur einige Minuten, den Tank zu füllen. Der Preis für den Wasserstoff ist an den Strompreis gekoppelt. Allerdings wird eine Brennstoffzelle einige hundert Grad heiß. Und im Winter kann das Startverhalten der Brennstoffzelle zum Problem werden. Doch das ist ein lösbares technisches Problem. Und wenn die Brennstoffzelle die in sie gesetzten Erwartungen endlich erfüllt, wird auch die Infrastruktur zügig nachwachsen. 

 

Quelle: carmour