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Auto fahren ja – Auto kaufen nein

Foto: Getty Images

Viel von der Welt sehen oder ein eigenes Auto vor der Tür haben - diese Entscheidung musste ich treffen. Sie fiel mir nicht schwer. Seitdem war ich in Mexiko, in Indonesien, Südafrika und in fast allen Ländern Europas, die meiner Meinung nach eine Reise wert sind.

Leisten konnte ich mir die Weltenbummelei neben dem Studium nur, weil ich auf’s eigene Vehikel verzichtet habe. Mag sein, dass mir meine berufliche Orientierung – Umweltökonomie – zusätzlich den Blick geschärft hat. Letztlich ist es aber eine simple Erkenntnis: Das eigene Auto ist mir schlichtweg zu teuer. Zur Arbeit fahre ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln bequemer, Einkäufe erledige ich zu Fuß um die Ecke. Bleibt die Freizeit am Wochenende und im Urlaub. Und da miete ich oder mache Carsharing und spare damit die hohen Anschaffungs- und Unterhaltskosten. Außerdem muss ich mich ansonsten um fast nichts kümmern. Weder Wartung noch Winterreifen, Keine  Steuern, null Versicherung. Bleiben die Spritkosten. Über die mag ich nicht wirklich jammern, denn sie fallen bei den wenigen Kilometern nicht so ins Gewicht. Und nebenbei, hier spricht die Statistik, sind sie seit Mitte der 50er Jahre gemessen an der Kaufkraft fast konstant geblieben.

Foto: Multicity Berlin
Foto: Multicity Berlin

Für alle, die das mal durchrechnen wollen, eine Faustregel: Wer unter 10.000 km pro Jahr fährt und in der Stadt wohnt, sollte Carsharing-Angebote studieren.  Laut  ADAC kostet ein privater Kleinwagen im Schnitt 3.850 Euro im Jahr. Das sind 321 Euro im Monat. Für ein Fahrzeug der Mittelklasse kann dieser Betrag sogar auf 10.940 Euro im Jahr und damit 912 Euro im Monat ansteigen.

Und noch ein paar Zahlen zum Staunen: Deutsche Autofahrer geben im Laufe ihres etwa 54 Jahre währenden mobilen Lebens im Schnitt 332.000 Euro für Autos aus. 116.900 Euro entfallen dabei für den Kauf von drei Neu- und fünf Gebrauchtwagen. Kraftstoff schlägt mit 78.900 Euro zu Buche, Versicherung und Steuern mit 58.100 Euro. Der Rest wird für Pflege, Wartung, Garagen etc. ausgegeben. Das sind die individuellen Kosten, die mir einfach zu hoch sind. Hinzu kommen noch die gesellschaftlichen Kosten, die durch Schadstoffbelastung, Staus oder Verkehrsunfälle entstehen.

Aber nein, ich werde jetzt nicht moralisch, denn ich gebe es ja zu: Auto fahren kann ziemlich viel Spaß machen. Mit Carsharing oder zwischendurch einer „Lustmiete“ eines größeren Autos fürs Wochenende plane ich das Vergnügen. Im Moment funktioniert das tadellos. Aber am Horizont steht natürlich die Frage der Familienplanung. Wenn ich mal Mutti und berufstätig bin, sieht die Mobilitätsfrage vielleicht wieder anders aus. Der zurzeit vorgesehene Auto besitzende Erzeuger meiner Kinder behauptet zwar steif und fest, das sei alles kein Problem. Aber das warten wir mal schön ab. Denn eines ist für mich klar: Die Gewissheit, kurzfristig immer ein Fahrzeug zur Verfügung zu haben, ist auch ein wundervolles Stück persönliche Freiheit. Und die möchte ich nicht missen.

Quelle: Carmour, Alexandra Weil

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