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Richter urteilt: H-Kennzeichen müssen hässlich sein

Foto: Hersteller

13. Juli 2013 Auch die Kennzeichen historischer Fahrzeuge müssen die blaue Euro-Ecke tragen. Viele Oldie-Liebhaber sind darüber empört.

In England fahren Oldtimer noch heute oft mit aufgemalten, schwarzen Kennzeichen – authentisch eben. In Deutschland siegt die Bürokratie: Oldtimer, die bei uns eine historische Zulassung bekommen, das sogenannte H-Kennzeichen, müssen ein “modernes” Autokennzeichen mit den von vielen als hässlich empfundenen „fäschungssicheren“ Zeichen, dem seit 1997 obligatorischen Eurofeld auf der linken und dem H auf der rechten Seite tragen. Das historische Erscheinungsbild der ansonsten oft bis ins kleinste Details originalgetreuen Fahrzeuge, ist verkehrsrechtlich ohne Belang. Ein Urteil des Verwaltungsgerichts Minden (Az.: 2 K 2930/12).

Oldtimer-Schilder im alten Look

Zwei Oldtimer-Besitzern aus dem Kreis Paderborn waren zunächst offenbar fälschlicherweise H-Kennzeichen im alten Look, ohne blaue Euro-Ecke, mit den schmalen Buchstaben und Zahlen sowie dem kleinen Strich zwischen Ortskennzeichnung und den weiteren Buchstaben zugeteilt worden. Dann aber sollten diese wieder eingezogen werden, wogegen sich die Oldie-Fans wehrten.

Ausnahmen nicht vorgesehen

Allerdings zu Unrecht, wie das Gericht betonte. Auf das gestörte ästhetische Empfindender Autofreaks käme es nicht an. “Das Aussehen der Kennzeichen im öffentlichen Straßenverkehr ist vielmehr einheitlich vorgeschrieben und Ausnahmen aus optischen Erwägungen sind dabei nicht vorgesehen”, zitiert die deutsche Anwaltshotline aus dem Mindener Urteil.

Schwierige Identifizierung

Für historische Fahrzeuge die jeweils passenden Schilder zu vergeben, führe zu Beschaffungsproblemen für lokale Behörden. Zudem erschwerten verschiedene Schilder im Umlauf auch übrigen Verkehrsteilnehmern die Identifizierung der Fahrzeuge.

 

Quelle: carmour