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Emanzipation hinterm Steuer

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Die Zahl der Autokäufe und Autozulassungen durch Frauen steigt seit Beginn des Jahrtausends beständig. Grund ist das gestiegene Mobilitätsbedürfnis von Frauen.

Frauen nutzen Autos vielseitiger als Männer

Berufstätigkeit, finanzielle Unabhängigkeit und der Wunsch nach individueller, zeitlicher und räumlicher Flexibilität trotz Doppelbelastung durch Familie und Beruf wird Frauen immer wichtiger.

Um dies unter einen Hut zu bringen, muss frau mobil sein. Zudem haben Frauen viel mehr Verwendungsmöglichkeiten fürs Auto, sie nutzen es  vielseitiger als Männer. Praktisch für Einkäufe muss es sein und tauglich zum Kindertransport, es soll ein bequemes Reisemobil sein und zugleich wohnlich. Denn Frauen wollen sich in ihrem Auto wohl fühlen wie im heimischen Wohnzimmer. Und sie legen sehr viel mehr Wert auf Sicherheitskriterien.

Gestiegenes Aggressionspotenzial

Neben der Bedeutung als Käufergruppe und dem  solide gewachsenen Selbstbewusstsein von Frauen in Sachen Mobilität ist allerdings abseits der Statistiken auch anderes zu beobachten. Das  Verhalten vieler Fahrerinnen – vor allen Dingen der jungen –wird  immer rüder. Drängeln, Scheuchen, Vogelzeigen und der  gereckte Mittelfinger – das Aggressionspotential im Straßenverkehr ist auch bei  Frauen – zumal den jungen – gestiegen. Auch negative Verhaltensweisen emanzipieren sich eben. So wurden in 7,4 Prozent der Fälle Punkte wegen Fahren unter Alkoholeinfluss an Frauen vergeben. Bisher galt dies als Männerdomäne. Eine solche „Vermännlichung“ des weiblichen Fahrverhaltens zeigt sich  aber auch darin,  dass die Zahl der auf Frauen zugelassenen Motorräder mittlerweile bei über 500 000 liegt. Immerhin 500 haben sich im vergangenen Jahr einen Porsche gekauft,  28  einen Ferrari. Und in beiden Zahlen sind nicht die dabei, denen von männlichen Gönnern ein solcher Sportschlitten vor die Tür gestellt wurde. Dennoch:  Was die Zahl der Neuzulassungen insgesamt angeht, sind die Frauen mit etwa einem Drittel noch deutlich im Hintertreffen, bei Sportwagen ist es nur ein Fünftel.

Die individuelle Lebenswirklichkeit hinter diesen Zahlen lässt sich aber nur schwer ergründen. Sicher ist: Die gesamtgesellschaftlichen Veränderungen im Verhältnis der Geschlechter zueinander haben  Rückwirkungen auf das Mobilitätsverhalten. Da gibt es in manchen Bereichen Angleichungen, auch wenn Männer und Frauen nicht nur in Sachen Auto  – wer weiß es nicht – Welten trennen.

Quelle: carmour