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Zahl der Alkohol-Delikte im Straßenverkehr deutlich gesunken

Foto: Getty Images

27. Oktober 2014 Trotzdem war 2012 immer noch bei jedem zehnten tödlichen Unfall Alkohol im Spiel – ACE fordert striktes Alkoholverbot.

Trinken und Fahren verträgt sich nicht – eine Binsenweisheit . Doch kommen nach und nach viele Verkehrsteilnehmer zu dieser Einsicht. Innerhalb von zehn Jahren ist die Zahl der geahndeten Alkoholdelikte im Straßenverkehr um 32,8 Prozent gesunken. Darauf hat der ACE Auto Club Europa in Stuttgart anlässlich der Veröffentlichung einer Studie zur Entwicklung der Alkoholdelikte in Deutschland hingewiesen.

Ein Drittel weniger Alkohol-Unfälle

Bei seiner Untersuchung stützt sich der ACE auf Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA), des Statistischen Bundesamtes (destatis) sowie der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt). Demnach sind seit 2003 nicht nur die durch Alkoholkonsum verursachten Unfälle mit Personenschaden um ein Drittel zurückgegangen, entsprechend weniger wurden seitens der Behörden auch Medizinisch-Psychologische Untersuchungen (MPU) angeordnet.

Jeder zehnte Tote wegen Alkohol

Erstmals gilt Alkohol nun nicht mehr als eine der Hauptursachen für Verkehrsunfälle. Die insgesamt positive Entwicklung kann nach Ansicht des ACE jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass Trunkenheitsfahrten nach wie vor fatale Folgen nach sich ziehen: Jeder zehnte Unfalltote starb auch 2012, weil Alkohol im Spiel war.

ACE fordert null Promille

Darum erneuerte der Club seine Unterstützung für die vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) und von der Deutschen Verkehrswacht (DVW) erhobene Forderung nach einem strikten Alkoholkonsumverbot für Kraftfahrer. Der Vorsitzende des ACE, Wolfgang Rose, forderte die künftigen Regierungsparteien auf, das Verbot auf die Tagesordnung zu setzen und fügte hinzu: „Es genügt nicht, den Kampf gegen Alkoholfahrten nur zu postulieren, im Interesse der Unfallverhütung muss auch konsequent danach gehandelt werden“.

20.000 Verletzte

Nr2Häufig sind Alkoholsünder im Straßenverkehr auch Temposünder, schlussfolgert der ACE aus den polizeilichen Unfallberichten. Der Club geht davon aus, dass alleine in Deutschland jedes Jahr etwa 400 Menschen bei Alkoholunfällen ums Leben kommen und nahezu 20.000 Menschen Verletzungen erleiden.

Zweijährige Probezeit

Führerscheinneulinge sind laut ACE schon jetzt während der zweijährigen Probezeit oder vor Vollendung des 21. Lebensjahres mit einem strikten Alkoholkonsumverbot belegt. Für alle anderen Kraftfahrer – außer Berufskraftfahrern – gilt die 0,5‰-Grenze. Allerdings wird bei Fahrfehlern bereits ab 0,3 Promille geahndet.

Viele junge Männer

Nach Erkenntnissen des ACE sind junge Leute bis zum Alter von 30 Jahren immer noch überproportional häufig an Alkoholunfällen beteiligt. “Wir müssen konstatieren, dass trotz gesetzlicher Restriktionen und sichtbarer Erfolge von Anti-Alkoholkampagnen noch zu viele junge Leute die Unvereinbarkeit von Trinken und Fahren nicht richtig verinnerlicht haben”, heißt es beim ACE.

Absolut Fahruntüchtig

Die Zahl der männlichen Beteiligten an Alkoholunfällen liegt laut ACE-Bericht sieben Mal höher als die der Frauen. Der Club zeigte sich beunruhigt, dass drei Viertel aller Beteiligten an Alkoholunfällen eine Blutalkoholkonzentration von mehr als 1,1 Promille aufgewiesen haben. Dieser Wert markiert nach deutscher Rechtsprechung die Grenze zur absoluten Fahruntüchtigkeit bei Kraftfahrern. Den größten Anteil (17 %) machten bei den Beteiligten an Alkoholunfällen Fahrer mit einer Blutalkoholkonzentration von 2 bis 2,5 Promille aus.

 

 

 

Quelle: ACE/carmour