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Frauen – wollt Ihr einen rustikalen Russen?

Fotos: Lada/ampnet

27. August 2014 Er hat einen zweifelhaften Ruf. Er hat Null Komfort und ist nicht der Schnellste. Aber er macht nie schlapp, er säuft nicht viel und wenn Sie ihn beim Besuch auf dem Reiterhof eindrecken, können Sie ihn auch innen mit dem Schlauch abspritzen. Alles für nur 11.000 Euro.

Viel verändert hat er sich nach 35 Jahren Bauzeit nicht. Was hier vor uns steht, ist kein weichgespülter SUV mit Frontantrieb und Off-Road-Schminke, sondern ein richtiger Geländewagen mit Allradantrieb und Sperren. Einer, der auch im Matsch nicht schlapp macht, sondern zuverlässig den  Pferdehänger zum Reiterhof zieht. Ein kompakter Geländewagen, stabil, robust, raubeinig, ansprechend im Design, praktisch im Innenraum, Ein Fahrzeug, bei dem man prompt nostalgische Gefühle entwickelt. Das ist der Lada Taiga. Alles, was man braucht, hat er drin, mehr aber auch nicht. Ein Auto – so russisch wie ein Borschtsch.

Ihm drohte schon das Aus

Früher hieß der kompakte Off Roader Lada Niva, zuletzt schnöde 4×4. Ihm drohte schon das Aus wegen immer strenger werdender EU-Sicherheitsauflagen. Was aber macht ein kleiner Importeur, dessen Zugpferd plötzlich nicht mehr die Auflagen für den Fußgängerschutz erfüllt? Ganz einfach: Er tritt als Kleinserienhersteller auf und kann so die neuen Normen umgehen. Die Rede ist von Lada Deutschland und dem 4×4, besser bekannt als Niva.

Für Deutschland modifiziert

Die Lada-Mutter Autovaz produziert den Taiga, wie er nun zur Abgrenzung heißt, im Auftrag des Importeurs aus Buxtehude weiterhin im Werk in Togliatti. Die extra für den deutschen Markt hergestellten Fahrzeuge sind am so genannten WMI-Code der Fahrgestellnummer zu identifizieren. Sie beginnt mit WLX für Deutschland statt mit XTA für Russland. Ein neu geformter Schwellerschutz und geänderte Scheibenwischerarme sind weitere Details.

Treue Fangemeinde

LadaTaigaampnetDass der 4×4 die ständig steigenden Sicherheitsnormen in Deutschland kaum mehr erfüllte, ist nicht verwunderlich: Der legendäre Lada wird schließlich seit über 35 Jahren nahezu unverändert gebaut. Er hat aber – wie der ebenfalls in die Jahre gekommene Land Rover Defender – eine treue Fan-Gemeinde. Nirgendwo sonst bekommt man für so wenig Geld einen echten Geländewagen. Der Taiga kostet 10 990 Euro. Im Preis enthalten sind neben dem permanenten Allradantrieb mit Untersetzungsgetriebe und Differenzialsperre ein Euro-5-Motor und ABS, verzichtet werden muss auf Airbags und ESP.

Auch mit Flüssiggas

Über 90 Prozent der Lada-Verkäufe in Deutschland entfielen in den vergangenen anderthalb Jahren auf den 4×4, wie der Niva zuletzt schlicht hieß. Nach wie vor werden alle Modelle für unter 2000 Euro Aufpreis auch als LPG-Version mit Flüssiggastank angeboten.

Das Raubein bleibt

Lada-Geschäftsführer Dieter Trzaska glaubt weiterhin an die Zukunft der Marke, wirft Autovaz und dem Hauptanteilseigner Renault-Nissan aber eine zu starke Fokussierung auf den russischen Markt vor. Das kleine Raubein Taiga jedenfalls bleibt seiner Fangemeinde erhalten.

 

Quelle: carmour/ampnet