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Kein Smog-Alarm in deutschen Städten

Fotos: carmour/ACE

15. Juli 2014 Im März alarmierten Meldungen über Auto-Fahrverbote in Smog-geplagten Metropolen wie Paris oder Peking Umweltschützer und Autofahrer gleichermaßen. In Deutschland droht dergleichen vorläufig nicht. Die Feinstaub-Belastung in den Städten geht sogar zurück.

Der Auto Club Europa (ACE) hält Fahrverbote wegen verschmutzter Luft in deutschen Städten für unwahrscheinlich. Im Unterschied zu den in Paris jüngst überschrittenen Feinstaub-Grenzwerten mit einer Konzentration von 180 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft (μg/m³), sei die Lage in deutschen Metropolen weit weniger dramatisch.

Keine kritischen Werte mehr

Der Jahresmittelwert aller dem Verkehr zugeordneten Messstationen hatte im Jahr 2005 noch bei 30 Mikrogramm pro Quadratmeter (μg/m³) gelegen. Bis zum Jahr 2013 sank dieser Wert im Schnitt auf 24,25 Mikrogramm pro Quadratmeter (μg/m³), also um 19 Prozent. Der kritische Jahresmittelwert von 40 μg/m³ wurde 2013 an keiner der 134 Stationen überschritten – acht Jahre zuvor meldete die Umweltbehörde noch vier Überschreitungen an den damals 131 Messstationen.

134 Mess-Stationen

Ebenfalls deutlich reduziert hat sich die Zahl der Mess-Stationen, an denen der Tagesmittelwert von 50μg/m³ überschritten wurde. Weniger als 10 Prozent (13 von 134) aller an Straßen gelegenen Feinstaubmessstationen (51 von 166) meldeten 2013 an mehr als 35 Tagen eine als bedenklich geltende Belastung. Drei Jahre zuvor lag dieser Wert noch bei knapp 31 Prozent.

Saubere Autos

Nach Einschätzung des ACE ist „die insgesamt erfreuliche Entwicklung“ eine Folge verbesserter Fahrzeugtechnik und einer damit einhergehenden verminderten Feinstaubbelastung. Der Club verweist dazu auf Zahlen des Kraftfahrtbundesamtes (KBA), wonach 2013 bereits 96,4 Prozent aller Wagen im bundesweiten Pkw-Bestand (43,4 Millionen) berechtigt waren, in Umweltzonen einzufahren.

Diesel mit Plakette

2007 hingegen habe der Anteil stark Luft verschmutzender Pkw noch 26 Prozent betragen. Damals hatten auch nur 29 Prozent aller in Deutschland zugelassenen Diesel-Pkw Anspruch auf eine grüne Feinstaub-Plakette. Ende 2013 waren es bereits 93,6 Prozent.

FeinstaubUmweltzoneUmweltzonen prüfen

Der ACE hatte kürzlich angeregt zu prüfen, ob die Einrichtung sogenannter Umweltzonen und der damit verbundenen Restriktionen im städtischen Straßenverkehr noch angemessen und begründet sind. Zugleich betonte der Club, er wolle sich keinesfalls Maßnahmen im Interesse der Luftreinhaltung verschließen. „Aber es ist falsch, bei etwaigen Einschränkungen den Fokus nahezu ausschließlich auf den privaten Autoverkehr zu richten“. Der Pkw-Anteil an der Verursachung von Feinstaub liegt nach Angaben des ACE lediglich bei etwa 10 Prozent.

 

 

Quelle: carmour/ACE