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Von der Schlummerrolle zur High-Tech-Kopfstütze

Foto: Kamei

Kaum zu glauben, aber als die ersten Kopfstützen in Deutschland in den Nachkriegsjahren entwickelt wurden, standen sie im Ruf, die Müdigkeit des Fahrers zu fördern.

In Deutschland war Karl Meier der Pionier auf dem Gebiet der Kopfstützen. Er gründete 1952 die Firma Kamei, abgeleitet von KArl MEIer. Meier hatte sich schon zuvor mit der Herstellung diverser Zubehörteile für den Innenraum des VW Käfers beschäftigt und u. a. die so genannte „Schlummerrolle“ erfunden. Auf die Kritiker dieser Neuerung antwortete Meier kurz und bündig aus: „Ein Autofahrer muss es bequem und komfortabel haben, umso entspannter kann er sich auf den Verkehr konzentrieren. Außerdem schützen sie das Genick.“ Diesen Sicherheitsaspekt verfolgte Meier weiter und bot als erster Hersteller Sicherheits-Kopfstützen an, die heute in jedem Neuwagen der Welt obligatorisch sind.

Foto: Kamei
Foto: Kamei

Das erste bekannte Patent für einen Headrest (Kopfstütze) im Auto wurde dem Amerikaner Benjamin Katz 1921 erteilt. Weitere Patente folgten in den 1930er und 1950er Jahren. Die meisten Kopfstützen dieser Zeit waren nicht in den Sitz integriert, sondern mit einer großen Manschette auf die Lehne aufsetzbar. Manche Modelle zurrte man zusätzlich seitlich an der Lehne fest. Die Anbieter von Automobilzubehör mussten sich mit ihren Nackenstützen auf jedes neu auf den Markt kommende Automobil einstellen. So lieferte etwa der größte englische Konzern für Autozubehör, Karobes, unmittelbar nach Erscheinen des NSU Prinz Typ 110 Anfang 1966 die exakt dazu passende Nackenstütze, „die ohne eine Schraube befestigt wird und sich nach vorn und hinten neigen lässt.“ Am 1. Januar 1969 wurden Nackenstützen für US-Neuwagen Pflicht, in den 1970er Jahren zogen die asiatischen und europäischen Autohersteller nach.

Die heutigen High Tech-Kopfstützen werden in aufwendigen Verfahren entwickelt. Anfangs nahm man für Tests menschliche Leichen, später tote Tiere. Heute sind es Crashtest-Dummys, vollgestopft mit modernster Elektronik und bis zu hunderttausend Euro teuer.

Der neueste Stand der Technik sind sogenannte aktive Kopfstützen, die sich bei einem Aufprall blitzschnell nach vorne in Richtung des Nackens des Insassen bewegen. Ausgelöst wird diese Bewegung oftmals durch eine Sprengladung. Das ist ein Thema, über das Hersteller und Zulieferer nicht gerne reden. Bei uns erfahren Sie, wie viel Sprengstoff in modernen  Autos verbaut ist und wie das Leben retten kann.

Quelle: carmour