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Green Lifestyle

Foto: Getty Images

Bio- und Umweltstandards haben alle Lebensbereiche erfasst, beim Kauf von Lebensmitteln und Autos sind wir sensibel. Wie aber sieht es bei der Auswahl des heimischen Mobiliars aus?

Das Auto als Wohnzimmer

Im Auto verbringen wir eine Menge Lebenszeit, im Schnitt 2.5 Jahre. Kein Wunder, dass viele Menschen – insbesondere Frauen – ihr Auto als eine Art rollendes Wohnzimmer betrachten. Sie richten sich darin möglichst häuslich ein, um sich wohlzufühlen und entspannt von A nach B zu fahren. Und wer einen umweltbewussten Lebensstil pflegt, dem sind auch beim Autokauf Nachhaltigkeitsaspekte wie der Ausstoß von CO2 wichtig. Selbst Hersteller von Luxuslimousinen bewerben ihre Modelle entsprechend, weil die Kundschaft wenigstens mit einem Restwert an gutem Gefühl mit dem Porsche Cayenne zum Glascontainer rauschen will.

Wir Möbelweltmeister

Bei der Auswahl unseres mobilen Zuhauses achten wir also zunehmend auf Recycling, Schadstoffvermeidung und nachwachsende Rohstoffe. Wie aber sieht es in den eigenen vier Wänden – unserer Immobilie – aus, in der wir einen Großteil unseres Lebens verbringen? Immerhin geben wir Deutschen mehr Geld für Möbel aus als jedes andere Volk, nämlich im Jahr 2012 383 Euro pro Kopf.

Möbel stecken voller Giftstoffe

Auch wenn wir uns bemühen: Es ist nicht einfach, den ökologischen Fußabdruck beim Kauf eines neuen Möbels möglichst gering zu halten. Ökomöbel sind nicht unbedingt auf den ersten Blick zu erkennen. Schon ein schlichter Couchtisch verursacht erhebliche Umweltbelastungen. Seine Einzelteile werden meist mehrmals um den Erdball verschifft, bis sie schließlich – als Tisch zusammengefügt – in unserer Wohnung stranden. Kostet ein solcher Tisch dann 29 Euro, sollte eigentlich klar sein, dass er de facto nichts anderes ist als eine Ansammlung nett anzusehenden Sondermülls. Eine Kombination von synthetisch oder petrochemisch hergestellten Materialien, Kunstfasern, genmanipulierten Substanzen und anderen Giftstoffen, die durch meist formaldehydhaltige Klebstoffe zusammengehalten werden.

Nichts für Allergiker

Die äußerste Schutzschicht besteht häufig aus Melaminharzen, die ihren Ursprung zum größten Teil in fossilen Ressourcen haben. Erst dank dieser Schicht aus Melaminharz weist die künstlich hergestellte Tischoberfläche die notwendige Widerstandskraft gegen äußere Einflüsse auf. Experten schätzen, dass in Europa rund 50 Prozent aller Möbel mit einer solchen Schutzschicht aus Melaminharz versehen sind. Für Allergiker und alle, die es werden wollen, ist das eine höchst toxische Umgebung. Wohnlicher geht es da in modernen Autos zu. Dort kämpft man zwar wegen des ständig steigenden Kunststoffanteils gegen allerlei Schadstoffausdünstungen. Aber wenigstens der Test auf die bekanntesten allergenen Stoffe gehört bei der Autoproduktion zum Standard.

Tipps

Was Sie beim Möbelkauf beachten sollten, wenn Sie nachhaltig handeln wollen:

  • Anders als bei Lebensmitteln und Autos verzichten viele Hersteller auf offensives Öko-Marketing, obwohl sie umweltfreundliche Möbel im Sortiment haben. Sie fürchten ein Birkenstock-Sandalen-Image – teuer und bieder. Da hilft Nachfragen beim Verkaufspersonal.
  •  Ökologisch sinnvoll sind z.B. Massivholzmöbel. Der natürliche Werkstoff Holz ist klimaneutral und Massivholzmöbel halten normalerweise Jahrzehnte oder noch länger. Besonders sollte man darauf achten wo das Holz herkommt. Holzarten wie Ahorn, Birke, Eiche, Erle, Buche und Obstbaumhölzer wie Kirsch- oder Nussbaum sind zumeist aus einheimischer Produktion. Von Tropenhölzern sollte man lieber absehen. Wenn es denn dann doch der Tisch aus Mahagoni sein soll, dann sollte man auf das FSC Gütesiegel (Forest Stuartship Council) des Weltforstwirtschaftsrates achten. Das garantiert, dass das Holz aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung stammt.
  •  Auch von Möbeln aus Kunststoff, Aluminium, Edelstahl sollte man am besten absehen. Sie sind durch ihre energieaufwendige Produktion klimaschädlich. Auch bei der Oberflächenbehandlung gilt es genau hinzuschauen. Gut sind naturbelassene Oberflächen oder geölte bzw. gewachste Oberflächen. Hier kann das Holz atmen und es werden keine allergieauslösenden oder giftige Stoffe in die Atemluft abgegeben.
  •   Achten Sie auf die verwendeten Lacke. Polyurethanlacke haben 50% Marktanteil in der Möbelindustrie. Ihr hoher Gehalt an organischen Lösungsmitteln gilt als potenziell gesundheitsschädlich und ist oft problematisch für Allergiker. Wesentlich ökoeffizienter und verträglicher sind wasserlösliche Klarlacke.

 

 

Quelle: carmour

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